Fast jede/r AnwaltIn hat Spuren hinterlassen. Und viele hinterließen mehr als nur Fußnoten in Gerichtsakten – sie hinterließen Fragen, Widersprüche, verschwundene Inhalte und manchmal sogar den Beigeschmack von Vertuschung.
Google weiß das. Denn wer nach bestimmten Anwälten aller Kanzleien und Herarchieebenen sucht, liest oft den diskreten Hinweis:
„Einige Ergebnisse wurden entfernt.“
Das erschwert die bei Organen der Rechtspflege so wichtige Überprüfbarkeit, weshalb wir der interessierten Öffentlichkeit die Recherche über die verborgenen Informationen dieser Akteure erleichtern möchten, die in der Vergangenheit durch eine Tätigkeit für Kanzleien aufgefallen sind, die (Pflicht-)Versicherten auf moralisch inakzeptable Weise ihre Leistungen zu verwehren versuchten.
Mit einfachen technischen Möglichkeiten lassen sich die (nur in Europa verborgenen) Suchergebnisse ans Licht holen und einer breiten Öffentlichkeit, sowie HR-Abteilungen und Kreditsachbearbeitern von Banken zugänglich machen. Rechtlich ist dieses Vorgehen einwandfrei, da die Löschpflicht „Recht auf Vergessen“ lediglich Suchmaschinen, nicht aber Blogger betrifft.
Unser Rechercheteam beginnt daher in absehbarer Zeit mit einer dringend erforderlichen Kampagne. Unter dem Motto „BLD unvergessen“, widmen wir uns in unregelmäßigen Abständen einzelnen JuristInnen dieser Kanzlei.
Wer vorgibt, „das Recht zu pflegen“, muss Transparenz aushalten können, egal bei welcher Kanzlei, egal ob selbständig oder angestellt. Das ist kein Pranger – das ist gesellschaftliche Verantwortung in Pixelform. Wir meinen: wer sich „Organ der Rechtspflege“ nennt, darf sich nicht hinter Google-Löschanträgen verstecken, sondern möge für die interessierte Öffentlichkeit transparent und unmittelbar überprüfbar sein, denn ein Rechtsanwalt schwört bei der Vereidigung, „die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren und die Pflichten eines Rechtsanwalts gewissenhaft zu erfüllen“. Doch wie soll die interessierte Öffentlichkeit das überprüfen können? Wie soll sie in die so wichtige Redlichkeit von RechtsvertreterInnen vertrauen dürfen, wenn diese ihr Handeln, ihre möglichen Verfehlungen und eventuellen Interessenskonflikte, regelmäßig gezielt vertuschen?
BLD-Kritik.de verfolgt das Ziel, das gesellschaftliche Vertrauen in den Anwaltsberuf wiederherzustellen, strukturelle Missstände offenzulegen und der Öffentlichkeit Werkzeuge bereitzustellen, mit denen selbst langzeitig verborgene Online-Fundstücke recherchiert, gesichert und dauerhaft dokumentiert werden können.